Eines der bekanntesten Wahrzeichen des Yosemite ist El Capitan. Als Alex Honnold ihn 2017 ohne Sicherungsseile bestieg, erregte das weltweit große Aufmerksamkeit. Jimmy Chin hielt diese herausragende Leistung im viel gelobten Film Free Solo fest.
Viele, die El Capitan zügig erreichen möchten, nutzen häufig technisches Klettern. Dabei platzieren sie während des Aufstiegs Ausrüstungsteile im Fels und sparen so Zeit, weil sie nicht bei jedem Meter lange sichern müssen.

Tim Klein


Beim Klettern an großen Granitwänden wie El Capitan kommen Seile zum Einsatz, die mit Sicherungsgeräten in Risslinien, den sogenannten Seillängen, verbunden werden. Die Person unten unterstützt beim Platzieren der Sicherungen und sichert die vorsteigende Person, indem sie das Seilende kontrolliert. Die Person oben führt das Seil, hält es straff und verhindert Stürze.
Allein mit Seil zu klettern ist sehr aufwendig und zeitintensiv. Zwischen jeder Seillänge muss die Kletternde oder der Kletternde Sicherungen legen, anschließend abseilen, das Material wieder einsammeln und dieselbe Passage mithilfe von Steigklemmen erneut aufsteigen. Diese Abfolge mehrfach pro Länge zu wiederholen, ist besonders auf anspruchsvollen Routen wie Golden Gate äußerst kräftezehrend.
Was die Geschwindigkeit betrifft, beruht Honnolds Leistung an El Capitan eher auf Präzision und Effizienz als auf purer Schwierigkeit. Er sagt: Langsam ist sauber, und sauber ist schnell. Zudem betont er, dass er beim freien Klettern ohne Seil nie in Panik geraten sei.

Wells, Jason


Im Juni 2018 starteten Tim Klein und sein Freund Jason Wells früh von zuhause. Wells, 42, leitete ein Team in einem Vermögensverwaltungsunternehmen, Klein unterrichtete an einer High School in einem einkommensschwachen Bezirk von Los Angeles. Die beiden waren seit Langem Kletterpartner und luden für diesen Tag zusätzlich einen Freund zu ihren regelmäßigen Yosemite-Touren ein.
Sie entschieden sich für die Route Salathe. Beide kannten diesen Abschnitt des berühmten Monolithen bereits aus vielen Begehungen, dennoch zählt er zu den anspruchsvolleren Linien.
Mit Händen und Füßen setzten sie auf eine freie Begehung an der großen Wand. Diese Herangehensweise ist fordernd, beschleunigt jedoch den Aufstieg. Sie verlangt sorgfältige Planung, ruhige Bewegungen und präzise Umsetzung. Genau an dieser Stelle begannen die Schwierigkeiten.

Alex Howard


El Capitan gehört zu den bekanntesten Kletterzielen der Welt. In der Sprache der Ahwahnechee aus der Sierra Nevada bedeutet der Name sinngemäß große Felswand. Die gewaltigen, rund 900 Meter hohen Granitfluchten im Yosemite-Nationalpark üben auf Kletternde einen besonderen Reiz aus.
Jüngste Zwischenfälle machten erneut deutlich, dass bei aller Erfahrung ein Restrisiko bleibt. Ein Team stieg im sogenannten Simulclimbing auf, bei dem die Seile in kurzen Abständen mitgeführt und wechselseitig bewegt werden. Fachleute vermuten, dass hier besonders sorgfältige Anwendung unabdingbar ist.
Diese Ereignisse erinnern daran, dass selbst sehr geübte Kletternde nicht unfehlbar sind. Wetterwechsel, Müdigkeit oder Unachtsamkeit können die Sicherheit beeinträchtigen. Umso wichtiger sind durchdachte Maßnahmen wie das Partnerprinzip, zuverlässige Sicherungsgeräte und umsichtiges Handeln, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Caldwell Tommy


Caldwell zählt zu den erfolgreichsten Kletterern seiner Generation und hat vielfältige Meilensteine gesetzt. Er kletterte zahlreiche Linien am El Capitan, darunter Salathe Wall, Zodiac und Muir Wall/Shaft Variation, sowie die ersten freien Begehungen von Flex Luthor und Dihedral Wall. 2005 teilte er sich mit Beth Rodden die Führung bei der dritten und vierten freien Begehung der Nose.
Im Jahr 2001 verlor er unabsichtlich einen Teil seines linken Zeigefingers, ließ sich davon jedoch nicht aufhalten. Er prägte die Szene weiter, setzte neue Maßstäbe und gründete später eine Familie.
Freies Solo bezeichnet das Klettern ohne Sicherungsseil an normalem Fels. Diese Praxis gilt als sehr herausfordernd und erfordert höchste Konzentration. Sie kann die Technik schärfen und das Körpergefühl verbessern. Das erläutert auch Jordan Harbinger, ein staatlich geprüfter Bergführer. Er hat El Capitan nahezu hundertmal bestiegen, arbeitet als Lehrkraft und ist zweifacher Vater.
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