4. Um, You Forgot Something

Ein unscharf gemachtes Gesicht verspricht Anonymität; eine klare Aufnahme kurz darauf nimmt dieses Versprechen leise zurück. Diese Gegenüberstellung macht ein Produktionsversäumnis sichtbar, das man sofort erkennt. Es ist nicht Schwere, sondern Ironie der Abläufe: redaktioneller Aufwand, inkonsequent eingesetzt. Bemerkenswert wird der Fehler, weil er die sonst unsichtbare Arbeit für Kontinuität und Privatsphäre beleuchtet. Gelungenes Verbergen fällt nicht auf, weil es keine Spuren hinterlässt. Misslingt es, springt es ins Auge. Der Ausdruck der Frau – irgendwo zwischen gefasst und unzufrieden – gibt dem technischen Patzer eine menschliche Note. Das Bild lädt zum Nachdenken über Abläufe ein: War die Bearbeitung hastig? Wurden Vorgaben nur teilweise umgesetzt? Es wird zum kleinen Merkbild dafür, dass Identitätsschutz binär ist: halb umgesetzt ist nicht umgesetzt.
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Über den Autor

AmselKlar Leicht, ohne seicht – dicht, ohne schwer.

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